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Angebot, Leitbild
Gründung: 2002 in Zürich - Inhaber: Raymond Vogel, Landschaftsarchitekt

Wir bieten Leistungen in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Städtebau und Städteplanung an. Das heisst wir beraten und begleiten bei Planung, Projektierung und Realisierung von Aussenräumen oder Gärten, von der ersten Idee bis zur Bewirtschaftung.

Welche Passion?
Wir sind fasziniert von Landschaftsarchitektur und Städtebau, den Wechselwirkungen zwischen Menschen und deren Umwelt. Aussenräume als Ausdruck gesellschaftlichen Handelns oder die Wirkung gestalteter Aussenräume auf Gesellschaft und Individuum sind Themenkreise, die unsere Arbeiten in Stadt und Landschaft prägen. Auf der Suche nach «Regenerationsräumen» und «Ressourceräumen» erörtern wir wo, weshalb intensiv oder extensiv agiert oder investiert werden soll und wo sichtbare und unsichtbare Auswirkungen von urbanen Landschaften stören oder sogar Schaden verursachen. Die Natur in der Stadt ist das Leben zwischen Häusern und die ist Teil eines noch grösseren Raumes. Unsere Leistung ist Gestaltung von Landschaften aber auch das auslegende Verstehen von Untersuchungen. Wir schöpfen aus weitreichender Planungs- und Bauerfahrung, optimieren das Kosten-Nutzen Verhältnis und schaffen Lebensqualität in gut gestalteten Landschaften. ‹Wir› bedeutet für uns immer auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Auftraggebern. Mit Erfahrung bringen wir Gedanken auf den Punkt.
Welche Landschaften?
Als Landschaftsarchitekten beschäftigt uns das zwiespältige Verhältnis der Menschen zur Natur. Unsere alltäglichen Aufgaben fordern eine bewusste Reaktion oder zumindest eine Stellungnahme auf die Fragen wo, was und wie die Natur ist. Das sind ungeheuer komplexe philosophische und psychologische Fragen. Die folgenden Gedanken sind wichtige Grundlagen und erklären, weshalb wir in eine Naturgestaltung investieren wollen, die aktuelle Themen aufgreift, veränderlich und zeitlos ist; für Orte, wo Menschen sich erholen und regenerieren können. Wir Menschen haben uns daran gewöhnt, dass wir unsere Naturwelt, wie auch alles andere, mit Geld bestimmen und zusammenbauen können. Es ist aber klar, dass wir nicht alles kaufen können. Gelangweilt schauen wir zu, wie alt bekannte Ideen aus vergangenen Epochen reproduziert und kommerziell ausgebeutet, modisch werden. Trotzdem grassiert diese Denkweise und der Slogan «time is money» ist Ausdruck unserer Auffassung von Materialismus. Diese allgemein gut trainierte Denkweise treibt das globale Paradigma an und führt zu einer Entfremdung von der Natur mit der Folge, dass jede Kreativität im Umgang mit Natur im Keim erstickt. Als instrumentalisierte Natur ist sie nur noch repräsentativ und als reines Statussymbol hilft sie am Ende nicht, bessere Lebensqualität zu erreichen. Das Augenmerk auf «Zeit ist Geld» hat eine rasante moderne Geschwindigkeit und einen altmachenden Stress verursacht. Eine Erfahrung eines wohltuenden Augenblicks wird schwierig. «Die formgewordene Zeit verliere ihre Zeitlichkeit» schreibt der ungarische Philosoph László F. Földényi über Octavio Paz und meint weiter, die blosse Form ohne Bezug zum Zeitgeschehen diene dem Widerstand gegen Vergänglichkeit und Tod. Der Tod in seinem sichtbarsten und unmittelbarsten Ausdruck ist bei Paz Zersetzung der Form. Das Alter ist der Zerfall der physischen Form, der Sturz in die Gestaltlosigkeit. Seit der Mensch erkannte, ein sterbliches Wesen zu sein, versucht er, der Zeit und ihren Erosionen zu widerstehen. Er begann Grabmäler zu errichten, der Körper zerfällt, das Monument als Form bleibt. Jede Skulptur und jedes Gemälde, jedes Gedicht, jedes Lied und jede Gestaltung stellt eine Form dar, inspiriert vom Willen, der Zeit und ihren Erosionen zu wiederstehen. Das Jetzt will sich retten, verwandelt in Stein, Zeichnung, Farbe, Klang oder Wort. Der Wille zur Form entspricht dem Willen zum Leben. Wir lernen daraus: die Zeit selbst bringt uns um, sie ist die Dimension des Übergangs zum Traum. Die Überwindung der Zeit und somit des Todes liegt nicht in der Manifestation der Form, sie geschieht mit Nüchternheit in totaler Präsenz im Jetzt. Die Natur als Form können wir auch nicht über den Tod hinaus retten, bestenfalls das, was wir in ihr erfahren haben. Sie ist vergänglich, die bewusste Gestaltung von Natur aber ist Ausdruck des Willens zum Leben. Der Begriff Natur stammt vom lateinischen «natura», von «nasci» was soviel wie «entstehen, geboren werden» bedeutet. Damit wird die Absicht unserer Arbeit klar: Wir investieren in eine Naturgestaltung die veränderlich und zeitlos ist, für Orte wo Menschen sich erholen und regenerieren können, wo Neues entstehen kann. Landschaft ist im Sinne der Natur wo Dinge entstehen und geboren werden, sie ist ein Ausschnitt unserer Umwelt und bezeichnet zunächst keine Realität. Gewiss verstehen wir unter Landschaft nicht nur den Blick in die Natur.
In der Schweiz beschäftigt uns die urbane Landschaft. Urbane Landschaft endet nicht an Eigentums- oder Landesgrenzen und bedeutet Gestaltung von Aussenräumen, die gesellschaftspolitischen Wertvorstellungen und Prozessen unterworfen sind. Urbane Landschaft als komplexes Gebilde über Zeitspannen bringt lebensweltliche Fragestellungen hervor. Das vorhandene Wissen ist meist unsicher und es ist nicht klar worin die Probleme und der Handlungsbedarf genau bestehen. Dies erfordert Diskussion und bewusst werden darüber, dass zum Beispiel Wünsche im Regelwerk der Gesetze oder Träume im unreflektierten Zeitverständnis und Konsumverhalten untergehen. Angesichts der aktuellen Entwicklung unserer Politik und Umwelt, den Auswirkungen der sich ändernden Ökosysteme und der Suche nach neuen Ressourcen schaffen wir Standpunkte. Dabei wenden wir uns absichtlich nicht technischen Problemen und Lösungsmöglichkeiten zu, sondern fragen nach dem Wert des Aussenraumes für die Gesellschaft: Landschaft ist nicht Umgebung - Natur ist künstlich, weil der Mensch sie sich ansieht - Naturlandschaft und Ökologie sind billig - Zeit ist nicht Geld. Zum Beispiel erörtern wir weshalb wir die Landschaft entschleunigen müssen, wo wir weshalb intensiv oder extensiv agieren oder investieren wollen und wo sichtbare und unsichtbare Auswirkungen von urbanen Landschaften stören oder sogar Schaden verursachen. Unsere Leistung ist Gestaltung von Landschaften aber auch das auslegende Verstehen von Untersuchungen. Die komplexen Zusammenhänge in urbanen Landschaften werden rational in nachvollziehbaren Gedankenfolgen aber auch intuitiv erfahrungsbezogen ausgelotet.
Weshalb capability?
Mit unserer Internetadresse www.capability.ch beziehen wir uns absichtlich auf den englischen Landschaftsarchitekten Capability Brown. Sein Leben und Arbeiten in der Landschaft von England dient uns oft als Basis für die Diskussion eigener Arbeiten. Capability Brown gilt als einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 18. Jahrhunderts. Mit Namen Lancelot Brown wurde er 1716 im Northumberland in der kleinen Ortschaft Kirkharle geboren und starb 1783 in London. Den Spitznamen «Capability» erhielt Lancelot Brown wegen seiner raschen, fantasievollen und zweckmässigen Einschätzung von «Möglichkeiten», in englisch «capabilities», zur Verbesserung von Liegenschaften. Er behauptete, er sei fähig, das Potential zur Verbesserung eines Grundstückes sofort vor seinen Augen zu sehen. In seiner Schaffenszeit war er an über 170 Gartenbauprojekten beteiligt und er hatte massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der englischen Parks. Brown war ein Vorreiter des Landschaftsbaus. Seine Gartenwerke gehören zu den ersten, die nicht allein die unmittelbare Umgebung miteinbezogen, sondern weitflächig die umgebende Landschaft integrierten und mitgestalteten, er vollzog den Übergang von der reinen Schlossparkarchitektur zur grossflächigen Landschafts-gestaltung. Er gestaltete umfangreiche Ländereien, indem er das vorhandene Bild gezielt ordnete und neu arrangierte. Browns Gestaltung der Landschaft schafft absolut klare Silhouetten, zeigt keine Ausschweifungen und nichts Überflüssiges. Das geometrischen Zuschneiden von Hecken und Pflanzen, als Topiary oder wie es im Barockgarten geschah, haben Dichter wie Alexander Pope verspottet. Philosophen und Schriftsteller wie Pope und konnten die Menschen von einer andern Naturgestaltung begeistern, von der «natürlichen Schönheit» und der «spontanen Form» wie sie zum Beispiel Claude Lorraine oder Poussin malten. Für die Beschreibung solcher Landschaften wurden Begriffe wie «picturesque» und «natürliche Unschuld» gebraucht. Browns Kunst bestand darin, dieses natürliche Bild umzusetzen und der Naturlandschaft auf unaufdringliche Weise Form zu verleihen. Er benutzte dazu die von William Kent entwickelte Idee der «clumps and dots», bei der auf dem weitläufigen entsumpften Gelände durch einzelne Bäume «dots» und Baumgruppen «clumps» ein natürlich malerischer Eindruck erzeugt wird. Riesige Rasenflächen, die von Viehherden niedrig gehalten werden mussten, waren ebenso auszeichnend für sein Werk. Um die Tiere von dem unmittelbaren Landgut fernzuhalten, nutzte er eine als «Ah-Ah» bekannte Grabenkonstruktion. Browns Landschafts-Anlagen entfalteten ihre volle Raumwirkung erst nach ungefähr 30 Jahren. Die Geschichte von Capability Brown ist 250 Jahre her und das Leben damals schrieb nahezu die gleichen Geschichten wie heute. Allerdings waren die Auftraggeber Adlige und Edelmänner, die grosse Grundstücke besassen. Heute, in der Schweiz, sind die Flächen zersplittert in unzählige Eigentümerinnen und Eigentümer. Die Gestaltung von Aussenräumen wird zur politischen Arbeit. Trotzdem hilft uns seine Geschichte Sichtweisen und Positionen zu diskutieren.
Welche Begriffe?
Park, Platz, Promenade, Esplanade, Hof und Garten sind Beispiele traditioneller Begriffe in der Landschaftsarchitektur. Sie sind geprägt von der Epoche ihrer Entstehung und treffen selten die Bedeutung heute genutzter Orte. Die Begriffe Paradies, Garten und Park beispielsweise haben ihre Herkunft aus verschiedenen Sprachen und Kulturen, aber alle drei bezeichnen das Gleiche, ein umgrenztes oder eingehegtes Gebiet oder Gelände. Nach Überzeugung einiger Religionen bedeutet Paradies der «Garten Eden», der Ort, an den selige Menschen nach dem Tod kommen. In Neu-Persisch bedeutet Pardis «Höhere Ebene». Die Suche nach dem Paradies ist heute nicht länger die Suche nach dem äusseren Himmelreich, sondern ist vielmehr eine Reise nach innen, ins Bewusstsein und Gewahrsein. Dort wird wieder klar, die Gesamtheit Erde mit Sonne, Mond, Planeten und Sternen ist Natur und die Menschen nützen die Natur als Garten. Jeder noch so kleine Garten bezieht sich aufs Ganze. Deshalb ist für unsere Arbeit die Grösse, der Massstab und das Ausloten der Ränder eines Aussenraumes, Gartens oder Parks grundlegend. Aussenräume sind Teil unserer Landschaft. Sie können nicht allein Umgebung zum Haus sein. In der urbanen Schweiz sind die Flächen zersplittert in unzählige Eigentümerinnen und Eigentümer und die Gestaltung von Aussenräumen wird zur politischen Kulturarbeit. Es sind vor allem Umschlagsorte, die derzeit unsere städtischen Aussenräume im Alltag prägen. Offenbar sind diese schwieriger zu benennen als die Aussenräume auf dem Land, weil die Ansprüche an Aussenräume in der Stadt schneller ändern und eine Verbindlichkeit zum Boden fehlt. Es gibt zwei Möglichkeiten mit dieser Überlegung zu arbeiten: Entweder wir diskutieren öffentlich präzise die traditionellen Begriffe, entwickeln sie weiter mit dem Willen als Gesellschaft klare Entscheidungen für einen Ort zu treffen. Oder wir handeln als Private für Alle, beschreiben die unter starkem, einseitigem Druck entstehenden technik- und nutzungsgeprägten Orte für die Stadtlandschaft bewusster und übertragen lebensfreundliche Werte in die gebaute Realität. Das Finden von neuen, treffend beschreibenden Begriffen für Aussenräume in der Stadt und auf dem Land hilft uns gute Gestaltung und Lebensqualität zu schaffen.

Bisherige Aktualisierungen: Raymond Vogel, Januar 2005, Mai 2007, April 2008, Januar 2011

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